TABU - zwischen Morphium und Aufbegehren

Provokation, Tabubruch und legendäre Kabarettbühnen

Wie sah er aus, der vielbeschworene Tanz auf dem Vulkan, um den ersten Weltkrieg und vor dem Börsencrash 1929? In ganz Europa brodelt und gärt es. Kritisch-satirische Töne zu Politik und Gesellschaft ertönen aus den Kabaretts, die wie Pilze aus dem Boden schießen. Frauen befreien sich von Korsett und Konvention, tanzen kniefrei mit Bubikopf, werden selbständig, berufstätig und sagen ihre Meinung. Was für die einen Ausdruck von Lebensfreude und Freiheit bedeutet, ist für die anderen Provokation und Tabubruch. Skandal und Erfolg liegen nah beieinander. Zum Beispiel bei der neuen Körperlichkeit der hautnahen Tänze wie Tango, Schimmy und Black Bottom oder Schlagern mit explizit oder hintergründig frivolen Texten, die nicht nur in den neu aufkommenden Lesben- und Schwulenclubs zu hören sind. Auch Brechts episches Theater mit der Musik von Kurt Weill wird als skandalös empfunden. Kommen Sie mit in legendäre Kabarettbühnen mit Programmen von Tucholsky, Klabund und Hollaender oder in eins der Revue-, Varieté- oder Burlesquetheater wie dem Moulin Rouge in Paris.

Grenzenlos & horizonterweiternd: In den Metropolen Europas nach 1918

Dekadent, exaltiert, frivol und verrucht – Tabubrüche waren in den Clubs, Bars, Tanzdielen und Cafés wie auch auf den Theaterbühnen und Konzertsälen der 20er Jahre in Berlin, Paris und anderen Metropolen Europas Programm: Lassen Sie sich von der Sängerin und Cellistin Aglaja Camphausen und Michael Hönes am Klavier auf eine musikalische Entdeckungsreise in die Welt der Grenzüberschreitungen mitnehmen.

 


Lassen Sie sich überraschen, frönen Sie einen Abend lang ohne Reue dem Tabu in all seinen Facetten.